Bei deinem Einstieg in die Selbstständigkeit ist für viele Coaches, Berater und Dienstleister die Kleinunternehmerregelung nach §19 UStG ein durchaus lohnenswerte Option.

Der wichtigste Vorteil für dich als möglicher Kleinunternehmer:
Sie brauchen keine Umsatzsteuer bei Ihrer Dienstleistung oder Ihren Produkten ausweisen und somit auch nicht an das Finanzamt abführen.

Somit wird auf den Rechnungen immer der Bruttobetrag ausgewiesen.

Der zusätzliche Arbeitsaufwand für eine Umsatzsteuervoranmeldung entfällt ebenfalls. Schon allein aufgrund dieser zwei Tatsachen entscheiden sich viele Gründer für die Kleinunternehmerregelung.

 

Kleinunternehmerregelung – Was ist ein Kleinunternehmen überhaupt?

Egal ob Freiberufler, Einzelunternehmer  oder ein Zusammenschluss aus Einzelunternehmern (GbR), aber auch Kapitalgesellschaften (Unternehmergesellschaft „UG“) werden als „Kleinunternehmen“ gezählt wenn die folgenden Aspekte zutreffen:

  • Du darst im Gründungsjahr nicht mehr als 17.500 EUR Gesamumsatz haben.

Für die weiteren Jahre danach gilt:

  • Der Gesamtumsatz darf im laufendem Jahr 50.000 EUR nicht übersteigen UND im vorangegangenem Jahr darf ebenfalls der Gesamtumsatz keine 17.500 EUR überschritten haben

Im Gründungsjahr muss der Gesamtumsatz geschätzt werden. Falls dieser 17.500 EUR nicht übersteigt so gilt die Kleinunternehmerregelung. Die Schätzung bezieht sich immer auf 12 Monate.

Wird also im laufenden Jahr gegründet, so muss der Umsatz entsprechend für die gesamten 12 Monate hochgeschätzt werden („Weihnachtsgeschäft“ und „Sommerflaute“ beachten!).

Anwendungsfall: Ausgehend von 17.500 EUR Gesamtumsatz bedeutet das für Sie, dass Sie maximal: 17.500 EUR / 12 = 1458,33 EUR pro Monat an Umsatz machen dürfen. 

Wie schätzt du den Umsatz bei der Kleinunternehmerregelung?

Du musst zu Beginn eines jeden neuen Jahres Ihren Umsatz in eine Prognose fassen.

Bei der Schätzung müsst du darauf achten, dass Ihr Jahresumsatz nicht 50.000 EUR Jahresumsatz übersteigt, ansonsten entfällt die Kleinunternehmerregelung. 

Solltest du feststellen, dass du im laufendem Jahr über 17.500 EUR Jahresumsatz kommen, so musst du im darauffolgendem Jahr die Umsatzsteuer entsprechend ausweisen und als Vorsteueranmeldung an das Finanzamt abführen. Weitere Informationen zur Kleinunternehmerregelung finden Sie im Umsatzsteuergesetz unter § 19.

Die Vorsteuer bzw. Umsatzsteuer in der Kleinunternehmerregelung

Als Kleinunternehmer weist du die Umsatzsteuer auf deinen Rechnungen nicht aus. Stattdessen verrechnest du die Bruttobeträge ohne Umsatzsteuer und fügt den Hinweis „Gemäß § 19 UStG enthält der Rechnungsbetrag keine Umsatzsteuer.“ in deine Rechnung mit ein.

Weitere Alternativen:

  1. „Kein Umsatzsteuerausweis aufgrund Anwendung der Kleinunternehmerregelung gemäß § 19 UStG.“
  2. „Als Kleinunternehmer im Sinne von § 19 Abs. 1 UStG wird keine Umsatzsteuer berechnet.“
  3. „Kein Ausweis von Umsatzsteuer, da Kleinunternehmer gemäß § 19 UStG.“
  4. „Nach § 19 UStG (Kleinunternehmerregelung) kein Ausweis der Umsatzsteuer“
  5. „Im ausgewiesenen Rechnungsbetrag ist gemäß § 19 UStG keine Umsatzsteuer enthalten.“

Bitte beachte, dass eine korrekte Rechnungserstellung immens wichtig ist. Ansonsten können Schätzungen seitens des Finanzamtes auf dich zukommen.

Zusätzliche Informationen für Unternehmer:
Seit Januar 2017 gelten die neuen „Grundsätze ordnungsgemäßger Buchführung“ (kurz GoBD). Wichtige Informationen hierzu findest du unter: GoBD 2017 – Das müssen Sie beachten!

Hinweis zur Vorsteuer:
Als Vorsteuer wird der Teil der Umsatzsteuer bezeichnet, den du an deine Lieferanten entrichtest.

Solltest du als Unternehmer die 19% Umsatzsteuer (ohne Kleinunternehmerregelung) an deine Kunden ausweisen, wird dieser Teil „Umsatzsteuer“ genannt.

Egal, wie man es nun dreht und windet, das Finanzamt wird immer wieder die Umsatzsteuer entrichtet haben wollen 🙂

kleinunternehmerregelung-ja-oder-nein

Kleinunternehmerregelung „Ja“ oder „Nein“?

Kleinunternehmerregelung: Vorteile, Nachteile, Tipps & Tricks

Neben den oben genannten Faktoren im Bezug auf die Kleinunternehmerregelung sind noch folgende Aspekte zu beachten, wenn du dich dafür entscheiden solltest ordentlicher Kleinunternehmer zu werden:

  • Gewerbetreibende erhalten den Bogen zur steuerlichen Erfassung nach der Gewerbeanmeldung
  • Freiberufler und Freelancer sollten sich hierbei direkt an Ihren Steuerberater bzw. das zuständige Finanzamt wenden
  • Wenn Sie sich für die Kleinunternehmerregelung nach § 19 UStG entscheiden sind Sie für fünf Jahre an diese Entscheidung gebunden.
  • Sie müssen Ihre Umsatzsteuervoranmeldung in den ersten zwei Jahren monatlich, danach vierteljährlich an das zuständige Finanzamt entrichten
  • Sie können jederzeit in die Regelbesteuerung „wechseln“. Sprechen Sie hierzu mit Ihrem Finanzamt. Die Änderung erfolgt meist formlos.

Das Thema Buchführung wird den meisten Kleinunternehmern im großen Teil „abgenommen“, da für sie die „einfache Buchführung“ gilt.

Sie müssen eine Rechnung nach der Kleinunternehmerregelung schreiben?

Mit orbnet können Sie komplett kostenfrei GoBD-konforme Rechnungen schreiben - und das auch als Kleinunternehmer

Registrieren Sie sich jetzt unverbindlich und nutzen lebenslang unser FREE-Paket!

orbnet_held

Erhalte exklusiven Zugriff zu unserem orbnet Hub

Im orbnet Hub bieten wir dir: Gründerguides, Technik-Tipps und exklusive Rabatte zu deinem orbnet Konto!

Melde dich jetzt an!