Kein Unternehmer kommt daran vorbei: Am Ende des Geschäftsjahres muss der Gewinn ermittelt werden, um die Einkommensteuer abzuführen. Dafür gibt es verschiedene Methoden, die sich nach der Rechtsform eures Unternehmens richten – eine davon ist die Einnahmen- und Überschussrechnung.

Wir haben euch die wichtigsten Facts zusammengestellt – wer damit seinen Gewinn ermitteln darf, wie sie funktioniert und was ihr dabei beachten müsst.

Featured Content: Wir haben für dich das Elster EÜR-Formular für 2015 und 2016 zum kostenlosen Download vorbereitet. Hier komfortabel herunterladen.

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Einnahmen- und Überschussrechnung – Was ist das?

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Einnahmeüberschussrechnung einmal einfach erklärt

Die Einnahmen- und Überschussrechnung hat verschiedene Namen. Die einen (wir) nennen sie abgekürzt einfach EÜR, die anderen 4/3-Rechnung – das kommt von der Gesetzesgrundlage im §4 Abs. 3 im Einkommensteuergesetz.

Die EÜR ist eine vereinfachte Art der Gewinnermittlung, um die Höhe der Einkommensteuer festzusetzen. Sie soll kleinen Betrieben die Berechnung erleichtern. Darum werden die Ausgaben und Einnahmen des Unternehmens einfach gegengerechnet.

Das heißt:

EÜR vs. Bilanz – Wer macht was?

Was wir vorwegnehmen können: Eine Bilanz darf jeder machen und beim Finanzamt einreichen, eine EÜR nicht. Wer eigentlich eine EÜR anwenden darf, stattdessen aber eine Bilanz erstellt, ist sogar verpflichtet, die Bilanz vorzulegen – auch im Rahmen der Steuererklärung.

Damit ihr euch nicht mehr Arbeit macht, als ihr müsst, haben wir genau aufgestellt, wer eine EÜR machen darf:

  • Alle Freiberufler – und zwar egal, wie hoch Gewinn und Umsatz sind
  • Unternehmen mit einem Umsatz von maximal 600.000 Euro und einem Gewinn von maximal 60.000 Euro im Jahr
    (Achtung: Sobald die Schwelle überschritten ist, seid ihr zur Bilanz verpflichtet)
  • Unternehmen, die nicht ins Handelsregister eingetragen sind
    (Einzelunternehmer, GbR können sich auf freiwilliger Basis eintragen lassen, AG, GmbH, KG und UG sind verpflichtet, sich ins Handelsregister einzutragen)

Alle anderen sind zur doppelten Buchführung verpflichtet und müssen eine Bilanz erstellen, um die Besteuerung zu ermitteln.

Noch ein Tipp: Wer weniger als 17.500 Euro Umsatz erwirtschaftet, kann die EÜR sogar formlos beim Finanzamt abgeben.

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EÜR oder Bilanz – eigentlich einfach

 

Einnahmen minus Ausgaben – So funktioniert’s

Man spricht bei der EÜR vom Zufluss- und Abflussprinzip. Übersetzt heißt das: Die Beträge, die auf euer Konto oder in eure Kasse eingegangen sind, gelten als Zuflüsse – Betriebseinnahmen.

Alles, was ihr überwiesen oder bar bezahlt habt, gelten als Abflüsse – Betriebsausgaben. Hier ein paar Beispiele, was darunter fällt:

Zuflüsse – Betriebseinnahmen

  • Einnahmen durch Warenverkäufe
  • Einnahmen durch Leistungen
  • Einnahmen durch Verkauf von Betriebsgegenständen
    (Ja, auch wenn ihr einen alten Rechner auf ebay verkauft, ist das eine Einnahme)
  • Versicherungsentschädigungen
  • Vereinnahmte Umsatzsteuer und erstattete Vorsteuer

Abflüsse – Betriebsausgaben:

  • Miete, Telefon, Internet, Gas, Strom und Wasser
  • Betriebsausstattung und Bürobedarf (vom Kulli bis zum Computer)
  • Mitgliedsbeiträge, z.B. für Berufsverbände
  • Geschenke (maximal 35 Euro pro Person im Jahr)
  • Löhne, Gehälter und Weiterbildungskosten
  • Bewirtungskosten
  • Versicherungsbeiträge
  • Werbe- und Marketingmaßnahmen (ab 410 Euro sind sogenannte Werbeeinrichtungen, wie z.B. ein Firmenschild, abschreibungspflichtig)
  • Zinsen für betriebliche Verbindlichkeiten (Tilgung eines Kredits gilt nicht)
  • Gezahlte Umsatzsteuer und abziehbare Vorsteuer

Das Besondere:

Bei der EÜR zählt das Datum des Zahlungseingangs. Das heißt, wenn ihr am 30. Dezember noch eine Lieferung bekommt, die Rechnung aber erst am 3. Januar bezahlt, zählt der Betrag schon für die EÜR des neuen Jahres – umgekehrt natürlich auch.

Abschreibungen in der EÜR

Abnutzbare Anlagegüter wie ein Geschäftswagen oder ein Computer müssen bei der EÜR in einer Übersicht zusammengefasst werden, die die Abschreibungen auflistet – mit Anschaffungsdatum, Kaufpreis, Abschreibungsdauer und in Anspruch genommene Beträge der AfA (Absetzung für Abnutzung).

Zusammengefasst: Die Vorteile der EÜR

  • Vereinfachte Form der Buchführung, das heißt: Viel weniger Arbeit und Folgekosten!
  • Gleichzeitig Jahresabschluss für diejenigen, die die EÜR machen dürfen
  • Für Kleinunternehmer mit weniger als 17.500 Euro sogar formlos
  • Keine Inventur erforderlich
  • Viele Buchhaltungsprogramme erstellen die EÜR automatisch
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