Dieser Gastartikel stammt von Kathrin Kellner. Kathrin ist Content Managerin bei designenlassen.de und schreibt dort regelmäßig zu allen Themen rund um Design für den Blog.

Was du bei deinem Corporate Design beachten solltest?

Klar, wer sich ein Corporate Design erstellen lässt, der möchte sich in der Regel auch gerne von der Masse
abheben. Professionell sollte es sein, auffallen, aber dennoch seriös bleiben. Meistens jedenfalls. Natürlich
kommt es dabei immer auf die Branche an, in der man tätig ist und auch auf den Charakter, der hinter dieser
Tätigkeit steckt. Was aber, wenn man sich abheben muss, weil man tatsächlich anders ist?

In Deutschland kann man sich den Titel Berater oder Coach nicht schützen lassen. Das heißt, wer kein
ausgebildeter Berater oder Coach ist, darf diesen Titel dennoch als seine Berufsbezeichnung auflisten. Das
ist schön und gut für alle, die diesen Beruf ausführen möchten, ohne eine entsprechende Ausbildung
absolviert zu haben, aber für die wirklichen Berater und Coaches, die tatsächlich in diesen Job investiert
haben, um ihn zu erlernen und professionell ausführen zu können, ist dies natürlich von Nachtteil.

Ein „Thomas Müller – Berater und Coach“, der den Job macht, weil er ihm einfach liegt, lässt sich nicht von
einem „Thomas Müller – Berater und Coach“ unterscheiden, der zum Beispiel in diesem Gebiet einen Master
gemacht hat, oder anderweitig zertifiziert ist.

Der Unterschied zwischen beiden ist aber klar: der eine macht diesen Job zu seiner Profession, der andere
macht ihn professionell. Und genau dieser Unterschied muss der erlernte Berater und Coach als seine
Marke verkaufen und zu seinem Aushängeschild machen. Wie gelingt das?

Professionalität als Marke

Das Aushängeschild eines Unternehmens, oder eines Selbstständigen, ist immer das Corporate Design. Die potenziellen Kunden nehmen über allem zunächst einmal das optische Erscheinungsbild in der Geschäftsausstattung oder den Werbemaßnahmen wahr; dies zum Beispiel anhand der Visitenkarte oder einer ausliegenden Broschüre. Dem Kunden sollten hierbei schon die wichtigsten Fragen beantwortet werden: worum geht es und mit wem habe ich es zu tun? Als professioneller Berater und Coach müssen Bild-, Wortmarke und Farbwelt wohl durchdacht sein.

Die Bildmarke

Wer sich abheben möchte, muss zunächst einmal einen Blick auf die Konkurrenz werfen. Schnell stellt man fest, dass eine Bildmarke, die einen Pfad symbolisiert, ein gern gewähltes Motiv in dieser Branche ist. Vielleicht ist es daher besser, sich von dieser Idee zu verabschieden und einen ganz anderen Ansatz auszuprobieren. Auch wenn ein Weg ein passendes Symbol für diesen Beruf zu sein scheint, symbolisieren die Bildmarke doch aber hauptsächlich wer Du bist. Was also macht Dich aus und unterscheidet Dich von den anderen? Sicherlich lässt sich hier eine Marke ausarbeiten, die individueller ist, genauso gut passt und nicht so ausgetrampelt ist wie der obligatorische Pfad. Ein paar Beispiele dazu wurden von Designern auf designenlassen.de schön umgesetzt:

corporate design bespiele coach und berater

Die Wortmarke

Wer sich beraten oder coachen lassen möchte, der erhält diesen Service normalerweise nicht von einer Software, oder einem anonymen Mitarbeiter im Call Center, sondern von Dir persönlich. Dies sollte bereits in der Wortmarke so transportiert werden. Der Kunde wählt Dich inmitten einer großen Vielzahl an Konkurrenten aus. Steh also mit Deinem Namen dazu. Namen wie „Der Coach“ oder „Der Wegbereiter“, könnten für jeden in dieser Branche stehen und sind darum genauso einfach wieder vergessen, wie man sie sich gemerkt hat.

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Wähle einen prägnanten Slogan, der klar macht, worum es in Deinem Beruf geht. Im Optimalfall handelt es sich hierbei um eine smarte Aussage, die Deine angebotene Leistung kurz und knapp anpreist, wie zum Beispiel „..bestens beraten.“ oder ähnlich. Es ist aber auch eine hervorragende Idee, statt einem Slogan in der Subline der Wortmarke darauf hinzuweisen, was deine Qualifikation ist. Hier sieht der Kunde sofort, dass er es zum Beispiel mit einem ausgebildeten und zertifizierten Coach zu tun hat, der weiß wovon er spricht. Dieser erarbeitete Titel sollte daher auf jeden Fall in die Wortmarke mit rein. Schließlich ist dies der wichtigste Faktor, der Dich von all den Hobby-Beratern unterscheidet und viel mehr aussagt, als ein Slogan wie ihn die Konkurrenz benötigt.

 

Geschäftsausstattung

Genaue Qualifikationen können dann im weiteren Corporate Design aufgelistet werden. Wenn Du zum Beispiel einen Master-Abschluss in einem speziellen Bereich hast, oder in einem anderen Bereich staatlich geprüft bist, dann kann dies auf der Visitenkarte, dem Briefpapier oder der Broschüre genauere Erwähnung finden.

Sinnvoll ist es auch, die Geschäftsausstattung um Elemente zu erweitern, die für den Kunden praktisch sind. Dazu gehören zum Beispiel Blöcke, Kugelschreiber oder Haftnotizzettel. Dies sind Materialien, die den Kunden später noch an Dich erinnern und die er in seinem weiteren Werdegang verwenden kann. Es sind allerdings auch Dinge, die die Konkurrenz genauso anbieten könnte. Was könntest Du hier anders machen? Eine Idee wäre es zum Beispiel ein Success Diary anzubieten. Ein Heftchen in dem der Kunde seine täglichen Erfolge festhalten kann.

Die Farbwelt

Farben spielen eine wichtige Rolle, denn wir assoziieren immer etwas mit ihnen – meist bewusst, aber noch viel öfter unbewusst. Rot wirkt zum Beispiel aggressiv und alarmierend, während ein erdiger Beigeton eine eher natürliche und beruhigende Ausstrahlung hat. Diese Psychologie der Farben sollte man sich ebenso im Corporate Design zu Nutze machen.

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Auch wenn beispielsweise Pink Deine Lieblingsfarbe ist und das Corporate Design natürlich etwas über Dich aussagen soll, so ist hier doch wichtiger, was Pink für Assoziationen beim Betrachter auslösen. Diese Farbe wird gerne mit Femininität, Unschuld und Romantik in Verbindung gebracht. Dies sind tolle Assoziationen, aber passen Sie zu Deinem Beruf und der angebotenen Dienstleistung? Der potenzielle Kunde möchte in diesen Bereichen vielleicht keine Beratung bekommen und fühlt sich mit seinem Anliegen bereits auf den ersten Blick von Dir nicht ernst genommen. Die Farben sollten also zu Dir und Deiner Branche passen und harmonisch kombiniert werden. Wähle nicht zu viele Farben, die alle beeindruckende Assoziationen beim Betrachter hervorrufen sollen, denn ein buntes Durcheinander passt hier nicht und das hinterlässt ebenso einen Eindruck.

Zwei, höchstens drei Farben reichen vollkommen aus. Man kann auch verschieden Abstufungen einer Farbe verwenden, wenn es nicht zu bunt und gleichzeitig nicht zu eintönig sein soll. Allem voran sollte aber klar sein, was diese Farben kommunizieren und ebenso was Du dem Kunden kommunizieren willst. Weiss ist außerdem zwar keine Farbe, aber hat ebenso eine Wirkung auf den Betrachter. Es wirkt sauber, beruhigend, ehrlich und simpel. Soll zum Beispiel bei der Verwendung von Blau Stärke und Erfolg übermittelt werden, dann muss nicht das komplette Corporate Design dafür in einen Farbtopf fallen.

Fazit

Wer sich als professioneller Berater und Coach aus der Masse abheben möchte, schafft das hier am Besten mit einem Corporate Design, das nicht den Fokus auf Deine Gemeinsamkeit mit der Konkurrenz legt, sondern auf die Besonderheit, die Dich von allen anderen unterscheidet.