Vor- und Nachteile: Harter Vollerwerb vs. easy Nebenerwerb?

Interview mit Petra Haasmann

Vollerwerb oder Nebenberuf? Wahrscheinlich hast du diese Situation so oder so ähnlich erlebt:

Du bist in einer Firma angestellt und möchtest für dich selbst und für dein Leben einen neuen Weg gehen. Der Traum nach Selbstständigkeit nagt an dir, jedoch weißt du nicht genau, wie und wann der beste Zeitpunkt hierfür ist bzw. welche Möglichkeiten du überhaupt bzgl. deiner Selbstständigkeit wahrnehmen kannst.

Die zwei natürlichsten Möglichkeit, um dem Traum der Selbstständigkeit näher zu kommen, sind der Start der im Vollerwerb, also sofort kündigen und „Los geht’s“ und der etwas gemächliche Ansatz der Selbstständigkeit im Nebenberuf.

Doch welcher dieser Ansätze ist besser? Was habe ich für Vor- und Nachteile? Wie gehe ich damit um, und wohin bringt mich das?

Wir möchten dir die Möglichkeit bieten all diese Fragen aus der Praxis heraus zu beantworten und haben uns deshalb etwas ganz Besonderes einfallen lassen:

Wir möchten dich unseren handverlesenen Coaches vorstellen, welche entsprechenden Schritt schon gegangen sind, damit du dir eventuell etwas „abschauen“ kannst und dich auf deinen weiteren Weg inspirieren deinen Traum wahr zu machen.

Heute haben wir zu Gast bei uns, Petra Haasmann von https://petrahaasmann.com/.

Sie ist bekannt als Online Business & Mindest Coach, sehr gefragt, wenn es um die Entwicklung von Ideen und deren Umsetzung in den Online-Markt geht und hilft Solo-Unternehmern und denen die es werden wollen bei einem soliden Aufbau und Wachstum ihres Online-Geschäftes, um ein selbstbestimmtes Leben führen zu können.

Wir freuen uns sehr, dass wir dich hier bei uns begrüßen dürfen Petra und wir starten direkt mit unserem Thema.

Selbstständigkeit im Nebenberuf oder im Vollerwerb?

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Hallo Petra, wer bist du und was macht dich aus?

Hallo Gregor, vielen Dank für die Einladung zu diesem Interview. Ich bin Mindsest Coach und habe mich auf das Online Business spezialisiert. Ich erstelle selbst digitale Produkte und zeige zudem anderen Menschen in einem Coaching, wie sie ihre Ideen, Pläne und Konzepte nicht nur online bringen können, sondern auch verkauft bekommen. Dabei spielt das richtige Mindset eine Rolle, damit Blockaden und Stillstände einen nicht ausbremsen.

 

Bist du Selbstständiger? Wenn ja, haupt- oder nebenberuflich und warum?

Ja, ich bin selbständig und das hauptberuflich. Ich bezeichne mich selbst als Solopreneurin oder als Solo-Unternehmerin. Es nebenberuflich aufzubauen wäre für mich nicht möglich gewesen. Ich bin damals im Jahr 2002 aus einer Führungsposition mit einer 60-Stunden-Woche in die Selbständigkeit. Da kannst du nur schwer etwas nebenbei im Coachingbereich aufbauen.

 

Ist es eine persönliche Einstellungssache, ob man haupt- oder nebenberuflich selbstständig ist? Oder hängt es von der Branche bzw. dem Fachbereich ab?

Na ja, persönliche Einstellung dahingehend, wie viel Mut du hast und wie hoch deine Risikobereitschaft ist. Als ich in die Selbständigkeit ging, gab es diesen ganzen Internetmarketing-Boom ja noch nicht. Ich habe mit ganz klassischem Coaching für Führungskräfte angefangen. Mit einer ganz klassischen Website, die damals nicht mehr war als eine Visitenkarte im Internet und mich erst später auf die jetzige Zielgruppe spezialisiert.

Wenn du dich heute als Coach selbständig machen willst, dann empfehle ich jedem, das erstmal nebenberuflich zu tun. Du kannst hervorragend schon mal Ebooks, Workshops oder Kurse online bringen und wenn du dir eine Basis geschaffen hast und Geld damit verdienst, dann ist der Sprung in die hauptberufliche Tätigkeit nicht mehr weit. Der Vorteil ist: Du hast dich schon mal bekannt gemacht, d.h. die Leute kommen auch auf dich zu, ohne dass du dafür zusätzlich etwas tun musstest und es erspart dir sicher die eine oder andere schlaflose Nacht J

 

Was sind deine Erfahrungen mit Coaches? Würdest du sagen, der Großteil entscheidet sich dafür, Vollzeit-Selbstständig zu sein?

Also, alle die ich kennengelernt habe wollen oder wollten als Coach in die Vollselbständigkeit. Das klappt aber nur bei den wenigsten. Viele Coaches machen nebenbei noch andere Sachen, weil sie vom Coaching allein nicht leben können. Meine Empfehlung ist deshalb immer: Bleib in deinem Themengebiet, bau da zusätzlich was auf und bring es online.

 

Was meinst du genau mit „bleib in deinem Themengebiet“?

Nun, du hast oder wirst dich als Coach auf ein Thema spezialisieren. Sagen wir, du machst Coaching für Paare, die Konflikte haben. Dann macht es wenig Sinn, wenn man dich im Internet findet und sieht, dass du online Schmuck verkaufst, Yoga-Events organisierst, anderen erklärst, wie man eine Facebook-Anzeige schaltet und gleichzeitig willst du deinen nächsten Kurs für das Paar-Coaching voll bekommen. Und jetzt lach nicht, hab ich alles schon gehabt.

 

Okay J  was ist deiner Meinung nach die größte Herausforderung, sich als Coach selbstständig zu machen?

Ganz klar: Sich abzugrenzen von der Masse und sich mit seinem Thema sichtbar zu machen. Und damit wirklich von der Zielgruppe gefunden zu werden. Und das bedeutet: Kümmere dich ums Marketing!

 

Was würdest du Coaches empfehlen, die darüber nachdenken, sich selbstständig zu machen? Gibt es einen guten Tipp, den du ihnen mit auf den Weg geben würdest?

Wenn dir klar ist, was und wen du coachen willst, dann ist der nächste Punkt das Marketing. Marketing ist das A und O. Was nützt es, wenn du gut bist und keiner weiß es?

Ich spreche oft mit Coaches, die ihre Leistungen und Produkte nicht so gut an den Mann oder an die Frau bringen. Meist denken diese Coaches dann, dass das was sie bieten nicht gut genug ist. Sie verfallen dann in einen Aktionismus, der ihnen das Gefühl gibt etwas für das Business zu tun, was schon helfen wird.

Sie erarbeiten z.B. ein neues Konzept für einen neuen Workshop für eine andere Zielgruppe oder basteln wochenlang an ihrer Website auf die Art: Wenn ich dies oder das verändere und hier genauer bin, wird´s schon laufen.

Nein, tut es in der Regel nicht. Natürlich musst du gut sein in dem was du tust, aber zielgerichtetes Marketing ist nun mal der elementarste Faktor für den Erfolg.

Also mein Tipp: Kümmere dich ums Marketing. Erstelle eine Strategie und wenn du keine Ahnung davon hast, dann suche dir jemanden, der dir dabei hilft.

 

Der Start ist geschafft. Gibt es Events, Tools oder Networks, die du angehenden Coaches empfehlen kannst?

Meine 1. Empfehlung ist: Bilde mit 3 bis 4 anderen Leuten eine Mastermind-Gruppe. Suche dir Leute, die auch selbständig sind, ähnliche Ziele haben, aber etwas anderes machen als du selbst. Pusht euch gegenseitig, unterstützt euch, empfehlt euch gegenseitig. Die Power einer Mastermind-Gruppe ist nicht zu unterschätzen.

Dann gehe auf Events, wo du deine Zielgruppe findest. Vor einiger Zeit sprach ich mit einem Coach, der mir sein Leid über seine schlechte Auftragslage schilderte, wobei er doch jede Woche auf irgendeinem Event sogar oft als Redner unterwegs wäre.

Allerdings waren auf diesen Events nur Coaches, die sein Fachwissen sehr schätzten, aber natürlich kein Coaching bei ihm buchen. Wichtig ist: Du musst da hingehen, wo deine Zielgruppe unterwegs ist.

Und da empfehle ich Facebook-Gruppen. Und damit meine ich nicht, dass du als Coach permanent über dein Leben und dein Business posten sollst, wenn du das nicht willst. Man kann auch nur die Facebook-Gruppen mit ihren unterschiedlichen Themengebieten nutzen.

Irgendwo findet man immer seine Zielgruppe. Einfach der Gruppe beitreten und mitdiskutieren oder auch mit Rat und Tat zur Verfügung stehen. Das wird gesehen und zahlt sich auf Dauer aus. Die einfachste Form von gutem Marketing.

Herzlichen Dank Petra für deine Zeit und das wunderbare Interview zum Thema „Vollerwerb oder Nebenberuf“. Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg!

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